Von Sonne, Strand und Meer – Erfahrung

 
Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und neigen manchmal zu oft dem Trott des Alltags zu folgen. Bequeme Hosen, Füße hoch und das Lieblingsprogramm eingelegt und herzlich willkommen in der Wohlfühlzone. Ich bin der vollen Überzeugung, dass dieser Zustand öfter eintritt, wenn man noch keine Kinder hat und einem die ganze Welt noch offen steht. So lange der Herzensritter und ich noch keinen Familiennachwuchs haben, nutzen wir die Zeit – und diese nutzen wir manchmal ganz unterschiedlich. 

 
Während der Herzensritter seinen alleinigen Urlaub lieber im Ausland verbringt, ziehe ich mich zum zweiten Mal an einem Ort zurück, der mir das Gefühl von Sicherheit und Abgrenzung von all dem „wichtigen“ Zeugs im Alltag bietet. Nachdem ich letztes Jahr meine Ausbildung bestanden hatte, entschloss ich mich meinen restlichen Urlaub anderweitig zu verbringen als in den eigenen vier Wänden. Der Gedanke, dass ich zuvor noch nie an der Nordsee war, reizte mich dies endlich anzugehen – allein. Damals, noch mit dem fast frischen Führerschein in der Tasche, zog ich für drei Tage nach Stadland – in die Nähe der Nordsee. 
 

Nach dem ersten Berufsjahr zieht es mich auch wieder nach Stadland. Ich glaube, dass es mich wohl einmal im Jahr von Zuhause ans Wasser zieht und ziehen sollte. Ich nehme mir ein paar Aktivitäten vor, wozu das Autofahren allein schon zählt und entspanne mich am Abend im Wintergarten oder am Teich mit einem Buch. Letztes Jahr kaufte ich mir das Buch Ein ganzes halbes Jahr :) und verschlang es in drei Tagen. Der Ort, auf dem Deich und ein Fischbrötchen in der Hand, trug so einiges dazu bei, dass ich es so schnell gelesen habe. Nun sitze ich wieder mit einem Buch names Zwei für immer  hier am Teich und der Herzensritter wird es bestätigen können – ich bin keine Leserin und daher ist dieser Moment ein ganz besonderer. Und es gehört irgendwie zu meinem Urlaub dazu. Genauso wie die Mischung aus Nichtstun und ein paar Aktivitäten.  

Bremerhaven – für mich ein Tagesausflug wert

Der Ort, an dem ich letztes Jahr zuerst war. Fischbrötchen, Räucherfisch und Fischrestaurants. Damals bin ich nur durch die Stadt geschlendert. Dieses Jahr habe ich eine kleine Expedition entlang des 8° Breitengrades im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost gemacht. Sehr empfehlenswert für die Wissbegierigen unter uns. Und nein, ich hatte nicht das Gefühl, dass mir ein neues Handlungsbewusstsein in Bezug auf unseren Klimawandel aufgedrängt wurde. Ich wurde eher sensibilisiert, indem ich unterschiedliche Regionen der Erde mit deren klimatischen Bedingungen „gereist“ bin. Und ich hielt es in der Äquatornähe nicht so lang aus, wie ich es mir gewünscht habe, weshalb die ein oder andere Info an mir vorbeigerauscht ist. Denn jede Region hat auch eine andere Temperatur, eine eigene Pflanzen- und Tierwelt und eine eigene Kultur. So war es in Samoa angenehm warm, während es in der Arktis zwischen den Eisblöcken doch eher im Minusbereich etwas (!) kühler war.

Ein anderer wichtiger Ort, den ich jeden ans Herz legen kann ist das Schaufenster Fischereihafen, an dem sich ein Fischrestaurant an das Nächste reiht. Mittendrin eine Räucherei und ein Fischladen, die ebenfalls geräucherten Fisch anbietet. Überlegt einfach nicht ganz so lange was ihr haben wollt – ihr steht sonst bis übermorgen da. Mir hat es diesmal ein Heilbutt angetan und nichts ist besser als frischen Fisch am Meer. 

Meditation – Wattwandern im Wattenmeer

Ich wollte es schon letztes Jahr einmal machen und dann fand sich kurzfristig nichts mehr. Dieses Jahr hat es geklappt. Und so stand mir eine einstündige Fahrt nach Schillig bevor und 10 km Wandern – durch Sand und Wasser. Ausgerüstet mit fast allem, zog es mich mit einer großen Gruppe nach Minsener Oog der Vogelschutzinsel, die „nur“ aus dem Sand des Jadebusens aufgeschüttet wurde. Ursprünglich wollte ich zu den Seehundbänken wandern, wofür ich den falschen Zeitraum zum Urlaubmachen ausgewählt habe. Nichtsdestotrotz war die Wanderung wohl das (Ent)Spannenste was ich erleben durfte – Verschiedene Muscheln, die keineswegs einfach daliegen und nichts tun. Nein, sie haben sich vor unseren Augen geöffnet, eingegraben und gezeigt, wie wir sie finden können.

Der typische Wattwurm, die Nordseekrabben und die großen Meereskrabben zeigten sich an einem frühen Abend. Auf der Vogelschutzinsel selbst war leider die Brutzeit der Vögel, weshalb ich eigentlich nur die krächzenden Möwen fliegen sah. Der Begehungspielraum hielt sich damit leider auch in Grenzen. Die Wanderung an sich tat mir unheimlich gut – das Laufen, gedankenfrei sein, und sich keinen Kopf darum zu machen, was denn morgen noch ansteht. Eine kleine Erfahrung, die man gemacht haben sollte. 

Noch was?

Naja, wer Lust zum Shoppen und Bummeln hat, kann sich Bremen mal anschauen. Für mich kein Highlight der Tage, aber ein kleiner Städtetrip war es wert. In der besagten Böttcherstraße findet sich die Bremer Bonbonmanufaktur – süßer Laden. Aber nicht nur das Lädchen ist anschaulich, sondern die Gasse mit der Altstadt ist sehenswert. Auf dem Marktplatz gab es frisches Obst, Gemüse und Fleisch zu erwerben – ein kleiner Augenschmaus, wenn es nach mir und der Regionalität geht. 

Am Ende der kleinen Auszeit merke ich, wie gut es dem Körper tut einfach abzuschalten und dass viele von uns (ich schließe mich ein) es zu selten tun. Ich kann es jedem ans Herz legen sich selbst auf Achse zu machen und die Welt mit ganz anderen Augen zu sehen. Und nach solch ein paar freien Tagen arbeitet der Kopf wieder von ganz allein.  

 

3 thoughts on “Von Sonne, Strand und Meer – Erfahrung

  1. Wie schön geschrieben. War lange nicht mehr auf deinem Blog und freu mich sehr wieder so schöne Artikel zu lesen. Bremerhaven finde ich übrigens auch klasse
    Allerliebst Mareike

    1. Hallo Mareike, freut mich, dass du wieder vorbeischaust :) es soll auf jeden Fall mehr Folgen – Barcelona steht noch auf der Liste ;)
      Liebe Grüße!

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