Oma Lenis Dresdner Christstollen

Es gibt Dinge in der Weihnachtszeit, die unverzichtbar sind. Früher war es für mich der Kartoffelsalat mit Würstchen und die Geschenke, heute ist es der Christstollen. Kaum zu fassen, dass ich darauf viele Jahre verzichtet habe, weil ich die Rosinen und das Zitronat darin eklig fand. Heut sieht die Welt ganz anders aus. Denn vor etwa drei Jahren fing ich an Stollen zu Weihnachten zu verschenken – und ihn selbst zu essen.

Das kam mehr oder weniger durch den Wunsch Selbstgemachtes zu verschenken. Ich war auf der Suche nach einem guten Rezept für Christstollen, so wie ich ihn früher nie mochte. Ein bisschen seltsam nach etwas zu suchen, was einem eh nicht schmeckte. Fest stand, dass es eine Stolle Dresdner Art sein soll. Denn da unterscheiden sich die Stollen ja auch noch. Nachdem ich meinen ersten Stollen gebacken habe, stellte ich ernüchternd fest, wie grauenhaft dieser doch war. Ich war mir sicher, auch ein guter Stollen schmeckt nicht so scheußlich. Sowas konnte ich nicht verschenken. Ich versuchte es irgendwann wieder und immer wieder und dann(!) stieß ich auf Oma Lenis Dresdner Christstollen. Ich stellte mich mit den Angaben am Anfang etwas dusselig an, sodass ich einfach die angegebene Menge verwendete. Am Ende hatte ich eine kleine Waschschüssel voll Teig und fragte mich, ob das so eine gute Idee war. Nachdem ich dann sechs Christstollen vorzuweisen hatte, von der eine für uns übrig blieb, stellte ich fest, dass es nicht nur eine gute Idee war, die Menge an Zutaten verwenden, sondern auch einer der besten Stollen war, die ich bis dahin gebacken habe. Selbst diesen Stollen aß ich genüsslich und erfreute mich über das Gelingen. Seit dem esse ich Stollen – aber auch nur diesen! Nachdem ich ausführlich den Beitrag auf CommonsBlog las, verstand ich auch erst einmal, dass es eine Wissenschaft für sich ist. Ich bin nicht die einzige, die für das Veröffentlichen des Rezeptes dankbar ist und ich denke, dass sich Helene Waiblinger sehr gefreut hätte, wenn sie hören würde, welch ein Erfolg ihr Rezept in der heutigen Zeit noch hat. Bei mir kommt Lenis Christstollen ziemlich gut an und zu Weihnachten freut sich die Familie inzwischen ganz besonders auf meine gebackenen Stollen.

Da das Backen meist eine Zeremonie für sich selbst ist, habe ich in diesem Jahr wert darauf gelegt, die exakte Mengenangabe an Bittermandeln zu verwenden. Diese habe ich im Reformhaus bekommen – wesentlich bezahlbarer als in der Apotheke. Denn da bekam ich die Bittermandeln in 10g-Tütchen für 80 Cent (!!!). Selbst für einen Stollen benötigt man allein schon mehr als 40g davon. Außerdem sah ich, dass sie im Reformhaus auch „frisches“ Citronat verkauften, das auch direkt in meine Einkaufstüte wanderte. Die Rosinen habe ich über Nacht in (Marken)Rum eingelegt – danach waren sie sowas von besoffen saftig lecker. Und einen gut gemeinten Rat möchte ich euch noch geben. Denn den habe ich die letzten Jahre immer mal wieder außer Acht gelassen: DEN STOLLEN EINFACH AUF DEM BLECH AUSKÜHLEN LASSEN, EH MAN IHN VOM BLECH NEHMEN MÖCHTE. Es sind so viele Tränen geflossen, weil ich es bei dem ersten gebackenen Stollen, nicht bedacht habe. Und ich war danach verwundert, warum er zerfiel und ich schlechte Laune bekam. (Da verstehe ich mich selbst nicht mehr!) Dieses Jahr hat es auch einigermaßen geklappt. Zumindest bei der Generalprobe. Aber nun gut. Die Stollen sind gebacken und reifen derzeit noch im Keller. Und bis Weihnachten haben wir ja noch 12 Tage (!!!). Also wer noch Stollen für Weihnachten braucht, verschenken möchte, sollte sich ans Backen machen (; 

Da ich die alten Maßeinheiten nicht gewohnt bin und ich jedes Mal aufs Neue mit dem Umrechnen beginne, habe ich dieses Jahr das Rezept auf eine Stolle reduziert und mit den gewohnten Maßeinheiten umgeschrieben. Ein Stollen (wird) so groß wie ein halbes Backblech. Ich backe meistens zwei nebeneinander und trenne sie durch einen schmalen Streifen Backpapier, damit sie nicht zusammenbacken (keine Ahnung, ob das notwendig ist – finde aber einen „abgeschlossenen“ gebackenen Stollen schöner). 

Oma Lenis Dresdner Christstollen
Vorbereitungszeit
3 Std 30 Min
Kochzeit
1 Std
Gesamte Zeit
4 Std 30 Min
Vorbereitungszeit
3 Std 30 Min
Kochzeit
1 Std
Gesamte Zeit
4 Std 30 Min
Zutaten
  1. 780 g Mehl
  2. 150 g Zucker
  3. 370 g Rosinen
  4. 105 g gemahlene Mandeln
  5. 40 g gemahlene Bittermandel
  6. 80 g Citronat
  7. 220 g Butter
  8. zusätzlich noch 100g zerlassene Butter für das Bestreichen des gebackenen Stollen
  9. 80 g Butterschmalz
  10. 250 ml lauwarme Milch
  11. 2 Würfel Hefe
  12. 1/3 TL Muskatblüte
  13. Schale einer drittel Zitrone
  14. 1/2 TL Salz
  15. 3 TL Rum
  16. 1 Packung Puderzucker
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Zubereitung
  1. Optional Die Rosinen über Nacht in Rum (ca. 125ml) einlegen. Am nächsten Morgen abgießen, falls sich Flüssigkeit am Boden gesammelt hat. Die Rosinen ohne zusätzlichen Rum in den Teig miteinarbeiten.
  2. Alle Zutaten Zimmerwarm stellen.
  3. Die Milch lauwarm erwärmen.
  4. Hefe zerbröseln, mit 1 TL Zucker und etwas Milch auflösen.
  5. Butter und Butterschmalz erwärmen.
  6. Die Bittermandeln gegebenenfalls mit einer Reibe fein mahlen.
  7. Die Zutaten Mehl, Zucker, gemahlene Mandeln, Rum, lauwarme Milch, warme Butter und Butterschmalz miteinander vermengen.
  8. Rosinen, Citronat, Zitronenschale, Muskatblüte hinzuben und 2 Stunden abgdeckt gehen lassen.
  9. Den Teig nochmal gut durchkneten.
  10. Den Teig zu einer Wulst formen und mit dem Nudelholz in der Mitte eine Vertiefung eindrücken. Die Seiten einschlagen und nochmals 1 Stunde gehen lassen.
  11. Den Ofen vorheizen auf 160° C und den Stollen ca. 1 Stunde backen.
  12. Den warmen Stollen mit der Butter einpinseln und zuerst mit Zucker bestreuen. Danach mit Puderzucker.
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