[Küchenwunder] Zwiebelfleisch

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Zu gerne bin ich in Berlin um mehr oder weniger regional bekannte Spezialitäten zu essen. Darunter fallen vor allem der Döner, die Spreewälder Gurken und Blutwurst. Aber nicht nur diese Leckereien esse ich am liebsten in Berlin, sondern auch das Zwiebelfleisch.

Dieses gibt es anscheinend auch nur in der östlichen Region von Deutschland. Zumindest stoße ich hier in Bonn auf seltsame Gesichter, die mir sagen, dass sie keinen blassen Schimmer haben, was ich meinen könnte. Auch unter dem Namen Schäferfrühstück bin ich bisher erfolglos. Darum warte ich meist eine lange Zeit, bis es wieder mal nach Berlin geht und ich zufällig am Fleischer vorbeigehe. Und dann packt mich dieser Hunger Appetit.

Zwiebelfleisch

Nun hatte ich für mehrere Tage diese Möglichkeit, um meinen Lieblingsspeisen wieder nahe zu kommen und genutzt habe ich sie diesmal nicht. Kaum wieder aus der Heimat Zuhause angekommen, kam dieser Gedanke, warum ich kein Zwiebelfleisch gekauft habe. Total entsetzt und hysterisch enttäuscht habe ich mich dem Zwiebelfleisch noch einmal angenommen und ein paar Zutaten gemischt und alles genauestens protokolliert. Und siehe da: Mein Zwiebelfleisch existiert nun auch in Bonn und ich brauche dafür nicht einmal mehr auf die erfolglose Suche nach einem Fleischer begeben.

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Da ich dieses Schäferfrühstück über alles liebe, und meine Oma leider immer wusste, wer es aufgegessen hat, kann ich es jeden empfehlen, der etwas Abwechslung auf dem Brot braucht. Lecker, deftig und würzig gut würde ich an dieser Stelle wohl sagen! Die Zwiebeln sind auch nicht (mehr) scharf, wenn sie über Nacht durchgezogen sind – es ist eben nur etwas würzig. Außerdem werden nicht viele Zutaten gebraucht, denn die meisten hat man Zuhause. Lediglich beim Schinken wird es schwierig. Es ist eine Art Kochschinken, etwas trockener, als die „pressgeformten“ Scheiben aus dem Kühlregal. Metzgerschinken kam dem Original, welches ich aus Berlin kenne am nächsten.  Versucht es selbst – dem Einen wird es schmecken, dem Anderen ist es wohl das ekeligste auf Erden.

Zwiebelfleisch
Auch bekannt als Schäferfrühstück für's Brot. Die Zutaten ergeben etwa 250g leckeres Zwiebelfleisch.
Vorbereitungszeit
10 Min
Vorbereitungszeit
10 Min
Zutaten
  1. 200g Metzgerschinken
  2. 2 Zwiebeln
  3. frisch gemahlenen Pfeffer
  4. 100ml Raps- oder Sonnenblumenöl
  5. 1 EL Zucker
  6. 1/2 EL Essig (z.B. Surig)
  7. 50ml Wasser
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Zubereitung
  1. Den Metzgerschinken in 2 cm breite Streifen schneiden oder reißen.
  2. Zwei Zwiebeln abziehen und in Ringe schneiden.
  3. In einer Frischhaltedosen einige Zwiebelringe verteilen, eine Schicht vom Metzgerschinken verteilen und frischen Pfeffer darüberstreuen. Dann erneut eine Schicht Zwiebeln, Schinken und Pfeffer bis nichts mehr übrig bleibt.
  4. Zum Schluss Essig, Zucker, Wasser zusammen verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  5. Am Ende noch das Öl hinzugeben und miteinander verrühren, bis es einigermaßen vermischt ist und über den Schinken geben.
  6. Dose verschließen, einmal durchschütteln und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
  7. Optional zwischendurch die Dose schütteln, damit sich die Flüssigkeit gut verteilt.
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5 thoughts on “[Küchenwunder] Zwiebelfleisch

  1. Vor ein paar Jahren habe ich in Köln Fühlingen ein Praktikum gemacht und da bei der Metzgerei Otto jeden Mittag ein fantastisches Zwiebelfleisch Brötchen gegessen. Das geht mir auch nach Jahren nicht aus dem Kopf und gelegentlich durchforste ich sowohl Metzgereien in Bayern und in Baden Württemberg als auch das Internet nach dieser Art von Zwiebelfleisch, bisher erfolglos.
    Nachdem ich jetzt dein Rezept gefunden habe hab ich wieder ein bisschen Hoffnung und werde das sobald wie möglich ausprobieren.
    Und wenns dich aus Bonn mal in den Norden von Köln verschlägt kann ich dir echt nur die Metzgerei Otto ans Herz legen ;)

    1. Ich frage mich öfter mal, ob das Zwiebelfleisch von der Region abhängig ist oder vielleicht doch „nur“ von den Erfahrungen der Metzger. Angebot und Nachfrage wird das Ganze sicherlich auch noch beeinflussen. Ich muss sagen, dass ich mit meinem Zwiebelfleisch noch nicht ganz an das vom Metzger komme – aber es genügt mir schon, einfach weil es das nicht in der näheren Umgebung gibt.
      Ich werde mir die Metzgerei in Köln im Hinterkopf behalten – vielleicht gibt es ja bald einen Grund öfter dorthin zu fahren ;) und ich hoffe, dass ich vielleicht auch schon deinen Ansprüchen gerecht werden kann. Für eine Rückmeldung wäre ich dir da sogar sehr dankbar :)

      Liebe Grüße :)

  2. Ich glaube dass das tatsächlich eher von den einzelnen Metzgern abhängt. Bei meiner intensiven Recherche habe ich verschiedene Ausführungen unter unterschiedlichen Namen eigentlich deutschlandweit gefunden, aber immer mehr oder weniger als Geheimtipp ;)
    Dein Rezept war echt gut und hat mich motiviert selber mal weiter zu forschen. Ich glaube dass das Zwiebelfleisch dass ich kenne ohne, oder fast ohne, Essig und Öl angemacht war. Das werde ich nun als nächstes probieren. Außerdem waren da noch Kräuter involviert, keine Ahnung welche.
    Auch das Fleisch ist irgendwie so eine Wissenschaft für sich. Der Metzgerschinken kam schon gut hin, die Metzgerei in Köln verwendet laut Website so genannten „Rollspeck“ und anderswo habe ich von gepökeltem Schweinebauch gelesen.
    Spannend, spannend :)

    1. Das freut mich, dass das Rezept für dich schon mal einen guten Ansatz bietet. Ich weiß auch, dass bei meinem bekannten Metzger auch nicht so viel Essig und Öl dran war. Das ist wohl meine Liebe zur Säuerlichkeit. ^^

      Mit Kräutern kenne ich es nicht noch gar nicht – wäre aber auch mal für eine Versuchsreihe wert. Weißt du eventuell, ob sie frisch oder getrocknet waren?
      Und beim Fleisch war und bin ich leider immer noch nicht sicher, was man da nimmt. ;D Jeder macht es auf seine Weise, wie du schon geschrieben hast. Ich bin auch über Schweinebauch, Krustenschinken und sonst noch so gestolpert.
      Somit ist es nicht nur „spannend, spanndend“.. Ich finde das auch teilweise „schwierig, schwierig“ ;D

  3. Halli – Hallo,
    also das Zwiebelfleisch – welches es bei unserem Schlachter Hanke gibt – ist für uns /mich – das „Allerbeste“ ….. logisch!!! Es ist aus angeräuchertem Bauchfleisch – süßsaurer Marinade grobem Pfeffer und ganz viel Zwiebeln – ach ja ganz viel Können und Liebe – hab ich noch vergessen !!!!!!. In unserer Gegend gibt es ganz viele Varianten – allerdings schmeckt es uns nur mit Schweinefleisch und auch nur in den „kühleren“ Monaten – so von November bis Februar/März ebenso „fette“ Wurst !

    Herzliche Grüße aus dem Harzer Vorland

    Marlene – genannt Leni

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